Wenn ich übers Schreiben schreibe
Lass ich natürlich keine Streichung bleiben
Was mich meist bis spät nachts wach sein
lässt als müsst ich mich aus einem Unfall befrein
Wenn ich übers Schreiben schreibe

Hüllt mich das Schreiben wie in Watte ein
Es liebt mich gibt mir Kosenamen wie klein
Weichei, Wichser, Wicht, Niemand oder Schwein
Es findet mich richtig fett und cool und fein
Das Schreiben umfängt mich wie der Wein

Wie auch ich es umfange und dann reiß ich es ein
Ich pack es beim Schopf und lass es in Scheiben
Schneiden durch meine leibeigenen Polizeigen-
ossen, die es gnadenlos gegen die Wand treiben
Ja, ich will es mir einverleiben und reiß es ein

Bis ich sein Weinen steigen seh und wie es leiden
Muss dann lass ich es kalt am harten Boden liegen
Wo es zittert und mit seinen dünnen Knochen feige
Klappert dass ich es am Schopf packe und in Scheiben
Schneide während es die große Literatur zum Zeugen
Anruft und sich auch Literatursendungen nicht verweigern
Will soll es nur kalt am harten Boden liegen bleiben

 

(Übersetzung: Andreas Müntzner, bei einer Lesung im Französischen Institut Berlin im Juni 2010 )